Lassen Sie doch der Galanterie den Vortritt
Ein echter Gentleman beherrscht in jeder Lebenslage die Etikette und verfügt immer über tadellose Umgangsformen. Grundsätzlich lässt der Mann die Frau vorangehen. Beim Eintritt in ein Restaurant schreitet jedoch der Mann oder Gastgeber voraus. Beim Verlassen von Restaurant, Bar oder Club geht die Frau voran. Ebenso beim Hinaufsteigen von Treppen – sei es im Treppenhaus oder auf einen Aussichtsturm. Wenn es die Stufen wieder hinuntergeht, schreitet der Herr voran.
Klug ist, wer höflich bleibt
Generell haben Respektspersonen bzw. Ranghöhere den Vortritt gegenüber den Rangniedrigeren: Der Gast kommt vor dem Gastgeber, der Chef vor dem Angestellten, der Ältere vor dem Jüngeren. Sollte Ihnen allerdings der Vortritt gelassen werden, nehmen Sie diese Geste der Höflichkeit sofort dankend an, ohne mit langem Hin und Her grosses Aufsehen zu veranstalten.
Achtung Stolpersteine
Ob im Geschäftsalltag oder Privatleben – es gilt, den stilistischen Tritt ins Fettnäpfchen zu vermeiden. Drängler fallen überall unangenehm auf. Am Buffet, Ticketautomaten, Kassenhäuschen oder gar im Strassenverkehr. Auch wenn es um das Besteigen eines Fahrzeuges oder öffentlichen Verkehrsmittels geht: Zuerst alle aussteigen lassen, bevor man einsteigt. Dasselbe gilt bei Türen und Eingängen – zuerst jemanden rauslassen, bevor man eintritt. Seien Sie geduldig und lassen Sie Ihre gute Erziehung für sich sprechen. Übrigens: Wo befindet sich der Ehrenplatz im Privatauto oder Taxi? Die Sitzordnung bei mehreren Mitfahrenden wird so geregelt, dass derjenige, der zahlt, auch den Ehrenplatz auf dem Beifahrersitz beanspruchen kann.
Geschätzte Aufmerksamkeit
In der Geschäftswelt ist ein «Ladies first» heutzutage nahezu unüblich geworden. Es ist jedoch kein Fauxpas, einer Dame da und dort mit einer freundlichen Geste den Vortritt zu lassen: Sei es beim Einsteigen oder Aussteigen lassen bei einem Lift oder bei Fahrzeugen (Auto, Taxi, Bus, Strassenbahn, Zug, Kutsche), in der Warteschlange, am Billettschalter oder beim bedienten Verkaufstresen im Laden. Und wenn Sie einmal nicht mehr weiter wissen: Einfach immer möglichst galant und nachsichtig sein sowie den gesunden Menschenverstand walten lassen.
Sind Sie schon einmal ins Fettnäpfchen getreten?
Wenn Sie das «Du» als unpassend empfinden oder Sie Ihren Gesprächspartner (noch) nicht mit Vornamen oder «Du» ansprechen möchten, können Sie taktvoll auf das Duzen verzichten. Mit einer Bemerkung wie: «Danke für das freundliche Angebot; bitte lassen Sie mir noch ein bisschen Zeit. Vielleicht können wir dies zu einem späteren Zeitpunkt in einem passenden Rahmen nachholen.» Obwohl ein partnerschaftlich geprägtes Denken zwar das Betriebsklima verbessert und dadurch schneller zu positiven Ergebnissen führt, so hängt dies doch nicht ausschliesslich vom Duzen ab.
Akademiker stellen sich nicht mit Titel vor, wogegen derjenige des Gegenübers immer genannt wird. Auch wer selber über keinen Titel verfügt, spricht höflicherweise den Titel des anderen aus. Floskeln sind zu vermeiden. Statt «Gestatten, darf ich mich Ihnen vorstellen» ist das direkte «Mein Name ist Blacky Sockmann, ich bin verantwortlich für das Personalwesen» zu bevorzugen.
Ein beliebter Zeitpunkt für einen kleinen Toast an die geladenen Gäste ist unmittelbar nach dem Servieren der Vorspeise und vor dem ersten Schluck Wein. Dies ist auch gleichzeitig das Signal des Gastgebers, dass nun das offizielle Essen beginnt. Meist wird nach dem Hauptgang und vor dem Dessert noch eine kleine Tischrede gehalten – sie sollte kurz, knackig und sympathisch auf den Anlass oder die Gefeierten eingehen. Idealerweise begleitet von heiterer Gestik, Mimik und Wortwahl sowie einer dezenten Lautstärke.


Bei der Einladung zu einer grösseren Festivität erfolgt nach Ihrem Eintreffen an der Türe zuerst der Gruss an den Öffnenden. Unmittelbar danach der Dank an den Gastgeber mit gleichzeitiger Übergabe des Gastgeschenks. Sollte sich der Gastgeber schon inmitten der illustren Runde befinden, so geht der Eingeladene mit dem Geschenk auf die Suche. Erst danach wendet man sich den anderen Gästen zu.
Wer den Smalltalk beherrscht, sich auf neue Menschen vorbehaltlos einlässt, sich mühelos in ein Gespräch ein- und ausklinken kann, der schliesst innerhalb kürzester Zeit viele Kontakte. Der perfekte Einstieg gelingt meistens durch das Stellen von offenen Fragen. Bei bereits bekannten Gesprächspartnern eignet sich der Austausch aktueller Tagesgeschehnisse. Bei Unbekannten führt der Weg eher über allgemeines Gedankengut. Ideale Themen: Freizeit, Hobbys, Familie, Kinder, Kunst, Kultur, Theater, Bildung, Ausstellungen, Sport, Wetter und der Gastgeber.









Neueste Kommentare